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Geschichte der Alten Kirche Mochenwangen

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Geschichte zur Alten Kirche

Stiftungsbrief
Stiftungsurkunde
Fresco
Zeichnung "Alte Kirche"

Dieser Stiftungsbrief des Kaplaneibeneficiums in Höhe von 4400 Gulden für den Unterhalt der Kaplanei, die Steinplatte am ehemaligen Kaplaneihaus und die Reste der Wandmalerei in der ehemaligen Loreto-Kapelle in Mochenwangen.

Ein Plan oder eine Abbildung von der ursprünglichen Kapelle ist nicht vorhanden. Der Freifrau von Thurn und Valsassina geb. von Heidenheim verdankt Mochenwangen eine Kapelle (1719 erbaut) 1724 Einweihung durch den Konstanzer Weihbischof Franz A. Freiherr von Sirgenstein 2 Tage nach der Weihe der Basilika in Weingarten und ein Kaplaneihaus (1724 erbaut). Durch diese Stiftungen wurde den Mochenwangern der beschwerliche Weg zur Mutterkirche in Wolpertswende abgenommen. Bis 1816 war die Kaplaneistelle besetzt.

 

 

 

"Dem dreieinigen Gott zu höchsten Ehren und der jungfräulichen Mutter Maria zu Loreto hat dieses beneficium anno MDCCXXIV fundiert die Freifrau Frau Maria Clara Eleonore Freifrau von Heidenheim."

In der Stiftungsurkunde sind die Verpflichtungen des Kaplans festgelegt. Außer den 4 heiligen Messen in der Woche zum Gedenken an die verwandtschaftlichen Häuser und den täglichen Abendgebeten war er auch verpflichtet, den ankommenden Wallfahrern nach deren Begehren die Beichte zu hören und auch neben den seelsorgerischen Pflichten im Ort, wenn erwünscht, in der Pfarrkirche in Wolpertswende auszuhelfen; er sollte aber die Pfarrangehörigen nicht von dem Besuch des Gottesdienstes in der Mutterkirche abhalten.

 

 

 

Besonders im süddeutschen Raum baute man um 1700 viele Loreto-Kapellen. Es sind Nachbauten des hlg. Hauses von Loreto in Italien, jenem berühmten Marienwallfahrtsort seit 1295.

Man achtete im allgemeinen darauf, möglichst getreue Nachbauten zu schaffen. Allen Loreto-Kapellen gemeinsam sind im Innern die ziegelartigen rötlichen Wände und Malereien, die die Mutter Gottes mit dem Jesuskind darstellen.

Nach 1800 stieg die Einwohnerzahl stetig in Mochenwangen, sie betrug 1843 knapp 400 Seelen, so dass es in der Kirche zu Wolpertswende eng wurde. So beschloss man schließlich, die Kapelle mit finanzieller Unterstützung Wolpertswendes zu einer Kirche zu erweitern und einen Friedhof anzulegen wie es die Berhörden verlangten.

 

 

 

1843 wird Mochenwangen zu einer eigenen Pfarrei erhoben mit den Pfarrsprengeln, die der Mochenwanger Kirche näher liegen als zu ihrer Mutterkirche. Das sind: Krummensbach, Mückenhäusle, Moosehren, Hänsel, Kögel, Steinhausen, Weyden, Geiselmacher, Eyb, Menzenhäusle und Greut.

Da man damals davon ausging, "dass sowohl in Rücksicht des Grundbesitzes als sonstiger Verhältnisse keine zahlreiche Familienvermehrung zu erwarten steht, ist die Kirche für die Gemeinde geräumig genug."

Diese Einschätzung ging nicht auf. Mit dem Bahnanschluss 1849 und dem Bau der Papierfabrik 1868 wuchs die Gemeinde rasch und stieg bis zur Jahrhundertwende auf etwa 760 Seelen neben 70 Protestanten.   

 

 

 

Mit großem Eifer bemühte sich Pfarrer Eisele deshalb um den Bau einer neuen Kirche, die am 24. Oktober 1904 von Bischof Keppler eingeweiht werden konnte.

1909 wurde das alte Pfarrhaus - ehemals Kaplaneihaus - verkauft.

1907 musste der pyramidenförmige Zwiebelturm (bis 1868 war es ein barocker Zwiebelturm) der Alten Kirche abgebrochen werden.

Danach kam die Alte Kirche in verschiedene Hände: 1910 erwarb sie die Firma Gebr. Müller, Papierfabrik, ab 1930 diente sie einige Jahre als Turnhalle, 1933 kaufte sie die Firma Köberle, seit 1993 ist sie im Besitz des Fördervereins.

Von da an begann ihre Sanierung, die soweit vorangeschritten ist, dass die Alte Kirche nun als besondere Begegnungsstätte benutzt wird.