Geschichte
Gemeinde Wolpertswende
Geschichte der Gemeinde Wolpertswende
(mit ihren Teilorten Mochenwangen, Niedersweiler, Segelbach, Vorsee, Haller, Bruggen, Moosehren, Hatzenturm, Steinhausen)

Die aus Bauern und kleinen Handwerkern bestehende Spitalherrschaft Wolpertswende – Mochenwangen hatte unter den vielen Kriegen bis zur napoleonischen Zeit schwer zu leiden. Nur wenige alte Gebäude sind heute noch erhalten, darunter die romanische Bestandteile einschließende katholische Kirche und die Gangolfskapelle, die über dem gleichnamigen Brunnen um 1705 errichtet wurde. Ein großer Teil der Bevölkerung war sehr arm. Die Höfe der Kleinbauern, die Betriebe der Handwerker und die Verdienste der zahlreichen Tagelöhner reichten vielfach zur Deckung des Existenzminimums nicht aus.
Erst als 1868 die Papierfabrik Mochenwangen gegründet wurde – und eine Anzahl leistungsfähiger Handwerksbetriebe entstanden, änderte sich langsam dieser Zustand. Die Ansiedlung des Industriebetriebes sowie die verkehrsmäßige Erschließung des gesamten Schussentales durch den Bau der Eisenbahn hatte ein enormes Anwachsen der Bevölkerungszahl vor allem im Teilort Mochenwangen zur Folge. Dadurch wurde ein großzügiger Neubau an schulischen und weiteren öffentlichen Einrichtungen erforderlich.
Die nahezu ungestörte Landschaft bildet mit dem großen Mochenwanger Wald, dem Vorsee und Schreckensee und mit den Naturschutzgebieten Dornach- und Dolpenried ein abwechslungsreiches Erholungsgebiet.
Das Buch zur Geschichte
Mit dieser Geschichte von Wolpertswende wird Neuland betreten, denn es gibt im weiten Umkreis keine zweite Gemeinde, für die eine ähnlich ausführliche, wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Gesamtdarstellung ihrer Vergangenheit vorliegt. Der Autor hat in jahrelanger mühevoller Archivarbeit alle einschlägigen Quellen gesichtet und ausgewertet.
Neben Werden und Wandel der beiden jahrhundertelang dem Ravensburger Heilig-Geist-Spital unterstehenden Dörfer Wolpertswende und Mochenwangen wird auch die Geschichte der zahlreichen zum Gemeindegebiet gehörenden Weiler und Einzelhöfe dargestellt, wobei der zeitliche Rahmen von der Vor- und Frühgeschichte bis zur Gegenwart reicht. So ist ein farbiges, detailgetreues Portrait einer ländlichen oberschwäbischen Gemeinde entstanden.
Das politische Geschehen, die „Herrschaftsgeschichte" (Verfassung, Verwaltung, Gerichtsbarkeit, Kriege), wird ebenso berücksichtigt wie die kulturelle, kirchliche, wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Manche Erkenntnisse gerade in diesem Bereich sind von so grundsätzlicher Natur, dass sie wegweisend für künftige Arbeiten zur Geschichte des ländlichen Raumes in Oberschwaben werden dürften.
Das Werk von Dr. Dieterich Walcher ist mehr als nur ein Lesebuch für die einheimische Bevölkerung, welches das Geschichts- und Heimatbewusstsein zu stärken vermag. Es ist eine exemplarische landeskundliche Darstellung von wissenschaftlichem Rang.