Geschichte

Gemeinde Wolpertswende

Geschichte der Gemeinde Wolpertswende

(mit ihren Teilorten Mochenwangen, Niedersweiler, Segelbach, Vorsee, Haller, Bruggen, Moosehren, Hatzenturm, Steinhausen)

ca. 2.975 v. Chr.
Jungsteinzeitliche Pfahlbauten am Schrechensee
Die Siedlungsgeschichte der Gemeinde reicht über 5000 Jahre zurück. Jungsteinzeitliche Pfahlbauern hausten am Schreckensee, westlich von Wolpertswende.
500 v. Chr.
Besitznahme der Kelten
Etwa um 500 vor Christus nahmen die Kelten unser Land in Besitz, hinterließen jedoch in der Gemeinde selbst keine sichtbaren Spuren.
100 n. Chr.
Römische Siedler
Römische Siedler erbauten um 100 nach Christus bei Steinhausen einen Gutshof, in dessen Friedhof eine Grabplatte mit den eingemeißelten Namen der ersten bekannten Bewohner des Schussentals gefunden wurde.
260 n. Chr.
Die Allemann vertreiben die Römer aus Oberschwaben
Um 260 vertrieben die bis zum Bodensee vorstoßenden Allemannen die Römer aus Oberschwaben. Nur zögernd besiedelten sie unsere Gegend.
809 n. Chr.
Erste urkundliche Erwähnung
Die erste urkundliche Erwähnung eines Ortes innerhalb der Gemeinde vom Jahr 809 betrifft den heutigen Weiler Segelbach.
964 n. Chr.
Gütertausch des hl. Konrads
934 tauscht der hl. Konrad, Bischof von Konstanz, ein Welfe, mit seinem eigenem Bruder Güter, darunter Wolpertswende, gegen andere Besitzungen.
1200 n.Chr.
Welfische Ministeriale errichten die Feste Hazenturm
Vermutlich Anfang des 12. Jahrhunderts errichteten welfische Ministeriale die Feste Hatzenturm. Ihr aus mächtigen Gesteinsbrocken geschichteter Turm gehört zu den ältesten noch erhaltenen Burgbauten unseres Landes.
Wappen der Gemeinde Wolpertswende
Wappen der Gemeinde Wolpertswende

Die aus Bauern und kleinen Handwerkern bestehende Spitalherrschaft Wolpertswende – Mochenwangen hatte unter den vielen Kriegen bis zur napoleonischen Zeit schwer zu leiden. Nur wenige alte Gebäude sind heute noch erhalten, darunter die romanische Bestandteile einschließende katholische Kirche und die Gangolfskapelle, die über dem gleichnamigen Brunnen um 1705 errichtet wurde. Ein großer Teil der Bevölkerung war sehr arm. Die Höfe der Kleinbauern, die Betriebe der Handwerker und die Verdienste der zahlreichen Tagelöhner reichten vielfach zur Deckung des Existenzminimums nicht aus.

Erst als 1868 die Papierfabrik Mochenwangen gegründet wurde – und eine Anzahl leistungsfähiger Handwerksbetriebe entstanden, änderte sich langsam dieser Zustand. Die Ansiedlung des Industriebetriebes sowie die verkehrsmäßige Erschließung des gesamten Schussentales durch den Bau der Eisenbahn hatte ein enormes Anwachsen der Bevölkerungszahl vor allem im Teilort Mochenwangen zur Folge. Dadurch wurde ein großzügiger Neubau an schulischen und weiteren öffentlichen Einrichtungen erforderlich.

Die nahezu ungestörte Landschaft bildet mit dem großen Mochenwanger Wald, dem Vorsee und Schreckensee und mit den Naturschutzgebieten Dornach- und Dolpenried ein abwechslungsreiches Erholungsgebiet.

Das Buch zur Geschichte

Mit dieser Geschichte von Wolpertswende wird Neuland betreten, denn es gibt im weiten Umkreis keine zweite Gemeinde, für die eine ähnlich ausführliche, wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Gesamtdarstellung ihrer Vergangenheit vorliegt. Der Autor hat in jahrelanger mühevoller Archivarbeit alle einschlägigen Quellen gesichtet und ausgewertet.

Neben Werden und Wandel der beiden jahrhundertelang dem Ravensburger Heilig-Geist-Spital unterstehenden Dörfer Wolpertswende und Mochenwangen wird auch die Geschichte der zahlreichen zum Gemeindegebiet gehörenden Weiler und Einzelhöfe dargestellt, wobei der zeitliche Rahmen von der Vor- und Frühgeschichte bis zur Gegenwart reicht. So ist ein farbiges, detailgetreues Portrait einer ländlichen oberschwäbischen Gemeinde entstanden.

Das politische Geschehen, die „Herrschaftsgeschichte" (Verfassung, Verwaltung, Gerichtsbarkeit, Kriege), wird ebenso berücksichtigt wie die kulturelle, kirchliche, wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Manche Erkenntnisse gerade in diesem Bereich sind von so grundsätzlicher Natur, dass sie wegweisend für künftige Arbeiten zur Geschichte des ländlichen Raumes in Oberschwaben werden dürften.

Das Werk von Dr. Dieterich Walcher ist mehr als nur ein Lesebuch für die einheimische Bevölkerung, welches das Geschichts- und Heimatbewusstsein zu stärken vermag. Es ist eine exemplarische landeskundliche Darstellung von wissenschaftlichem Rang.

Buch bestellen

Das Buch ist beim Bürgermeisteramt Wolpertswende erhältlich (Preis: 15,00 €)